/slash Filmfestival – Programm-Preview 19. bis 29. September 2019 Filmcasino, Metro Kinokulturhaus & Gartenbaukino

vor zwei Wochen haben wir euch unseren genialen Eröffnungsfilm THE LODGE und unser historisches Sonderprogramm FEMALE TERROR vorgestellt. Wir freuen uns ganz gewaltig, dass wir euch heute mit neun Filmen einen weiteren Vorgeschmack auf unser über 60 Titel starkes Programm geben dürfen.

In der Kategorie /animated präsentieren wir eine feine Auswahl Fantastischer Animationsfilme – von Familienkino bis Jugendverbot –, darunter Amp Wongs und Zhao Jis buntes Animationsmeisterwerk WHITE SNAKE, das surrealistische Action-Kunststück RUBEN BRANDT, COLLECTOR von Milorad Krstić und Hiroyasu Ishidas hinreißender Anime PENGUIN HIGHWAY.

/vortex bildet ein Panorama des Fantastischen Films in all seinen Facetten ab: von André Øvredals Horrorverfilmung SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK über Alexandre O. Philippes Alien-Doku MEMORY – THE ORIGINS OF ALIENS bis hin zur faszinierenden Jean-Louis-Jorge-Hommage HOLY BEASTS von Laura Melia Guzmán und Israel Càredenas.

2019 findet neben dem Kurzfilmwettbewerb (auch heuer wieder ein Publikumspreis) zum zweiten Mal in Folge ein Spielfilm-Wettbewerb statt. In der /competition versammeln sich jene Filmemacher*innen, denen wir zutrauen, den Fantastischen Film in den kommenden Jahren maßgeblich zu prägen. Und das ist auch der Grund, weshalb wir sie im Rahmen unseres Festivals besonders ausstellen und feiern wollen. Eine international besetzte dreiköpfige Jury wird die Wettbewerbsfilme im Laufe des Festivals sichten und den Gewinnerfilm am Abschlussabend auszeichnen. Mit dabei unter anderem die Horrorkomödie EXTRA ORDINARY von Mike Ahern und Enda Loughman, Gabriela Amarals sinistre Familienzersetzung THE FATHER’S SHADOW und Joe Begos’ Psychotronik-Albtraum BLISS.

Das komplette Programm ist ab Anfang September online. Der Ticketvorverkauf startet am 6. September 2019.

REMINDER: Diesen Samstag gibt’s beim Frame[o]ut im MQ ein Wiedersehen mit /slash 2013 Publikumsliebling HENTAI KAMEN: FORBIDDEN SUPER HERO. Hope to see you there!

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EXTRA ORDINARY

Fahrlehrerin Rose wünscht sich ein ganz gewöhnliches Leben, ihre übernatürlichen Fähigkeiten haben das allerdings bisher verhindert. Also macht sie Schluss mit der Geister- und Dämonenjagd, jedoch nur bis ein alternder Rockstar einen Deal mit dem Teufel eingeht und es auf die Teenagertochter ihres Verehrers Martin abgesehen hat. Rose aktiviert alle ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten, um dem satanischen Treiben Einhalt zu gebieten. Dem irischen Regieduo Mike Ahern und Enda Loughman gelingt mit EXTRA ORDINARY ein ganz großer Überraschungshit: Enorm schrullig, wahnsinnig witzig und beseelt von famosen Figuren (und Geistern), ist diese Horrorkomödie alles andere als gewöhnlich.

Regie: Mike Ahern, Enda Loughman | Irland, Belgien 2019 | 94 min
Mit Maeve Higgins, Barry Ward, Will Forte

/competition
BLISS

Von nun an geht’s bergab: Malerin Dezzy raucht Kette, säuft wie ein Loch und verwendet FUCK in mindestens jedem zweiten Satz mindestens einmal. Meistens öfter. Eine Kreativblockade lässt sie alte Allianzen wiederbeleben und bald verliert sie sich vollgestopft mit psychotropischen Substanzen. Joe Begos’ Psychotronik-Albtraum BLISS kennt nur Vollgas, evoziert vermittels Reizüberflutung einen sensorischen Kollaps beim Zuschauer und setzt auch hinsichtlich Körperflüssigkeitsvolumen das Programm des irren und irre talentierten US-Regisseurs fort. Eine maximal unverdauliche Angelegenheit im DIY-Punk-Spirit, nach der man jedenfalls duschen und vermutlich auch trinken und rauchen möchte.

Regie: Joe Begos | USA 2019 | 80 min
Mit Dora Madison, Tru Collins, Rhys Wakefield

/competition
THE FATHER’S SHADOW

Der Tod der Mutter hebt eine brasilianische Familie aus den Angeln: Während Vater Jorge sich beinahe katatonisch durch den Alltag schiebt, vertieft sich die kleine Dalva in Voodoo-Magie, von der sie sich erhofft, dass sie alles heilen kann was kaputt gegangen ist. Gabriela Amaral Almeida beweist sich mit ihrem zweiten Spielfilm erneut als Ausnahmetalent des jungen brasilianischen Kinos: THE FATHER’S SHADOW ist realistisch grundierte, schmerzverzerrte Familienzersetzung, gleichzeitig auch massiv sinistre Wunscherfüllungsfantasie in spiritueller Verwandtschaft zu Stephen Kings Roman „Pet Sematary“, dessen erste Verfilmung (ebenfalls zu sehen beim /slash 2019) sich Dalva im Fernsehen anschaut.

Regie: Gabriela Amaral | Brasilien 2018 | 92 min
Mit Nina Medeiros, Julio Machado, Luciana Paes

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WHITE SNAKE

Ein General saugt Schlangen vermittels dunkler Magie ihre Lebensenergie ab, in der Hoffnung seinem Kaiser damit Unsterblichkeit zu verleihen. Die WHITE SNAKE aus dem Titel ist eine mächtige Kreatur, kann menschliche Gestalt annehmen und wird ausgesandt, um den Schurken zu töten. Die Legende der Weißen Schlange kennt in China jedes Kind: Seit Jahrhunderten inspiriert die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen Dämonin und Menschenbursch künstlerische Ausdrucksformen, aber noch nie wurde sie so prächtig, gewaltig und überbordend eingefangen wie in diesem chinesischen Animationsmeisterwerk, das genau genommen eine Origin Story zur ursprünglichen Legende ist. In jedem Fall gilt: Augäpfel anschnallen, es wird sehr bunt.

Regie: Amp Wong, Zhao Ji | China 2019 | 99 min

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PENGUIN HIGHWAY

Bücherwurm Aoyama ist ein aufgeweckter Viertklässler: Als in seinem Dorf plötzlich Unmengen an Pinguinen auftauchen und allesamt in eine Richtung davonwatscheln, nimmt der neugierige Bub gemeinsam mit einer Zahnarzthelferin die Verfolgung auf, um herauszufinden, was am Ende des Penguin Highway liegt. Hiroyasu Ishidas Langfilmdebüt ist ein umwerfend komplexes und unverschämt hinreißendes Anime, das Mystery-Elemente mit einem Entwicklungsroman kombiniert. Alles getragen von einer saftigen, mit Sonnenstrahlen und Schattenspielen durchfluteten Animation. Sowohl Ishida als auch das produzierende Studio Colorido werden sich alle Anime-Fans merken müssen. Präsentiert in Kooperation mit der AniManga.

Regie: Hiroyasu Ishida | Japan 2018 | 118 min

/anmiated
RUBEN BRANDT, COLLECTOR

Ruben Brandt hat ziemlich exzentrische Albträume, in denen ihm einige der bekanntesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte an die Gurgel gehen: Erschossen von Warhols „Double Elvis“, erstochen von einem der Männer aus Hoppers „Nighthawks“ und von einer mutierten Botticelli-Venus (mit Tentakeln!) in die Tiefen des Ozeans gezogen. Um die unerquicklichen Träume zu beenden, beauftragt Psychotherapeut Brandt einige seiner schwerkriminellen Klienten damit, die originalen Kunstwerke zu stehlen. RUBEN BRANDT, COLLECTOR ist hyperreferenzielles Action-Gewitter, garniert mit ungarischem Surrealismus und jedenfalls einer der lässigsten und unvergesslichsten Animationsfilme des Jahres.

Regie: Milorad Krstić | Ungarn 2018 | 94 min

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SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK

1968 mag im Rest der Welt eine Zäsur eingeläutet haben, im verschlafenen Ort Mill Valley geht das das Leben nach wie vor seinen gewohnten Gang. Bereits seit Generationen sind die Teenager dort fasziniert vom verfallenen Bellows-Haus: Als einige von ihnen im schauerlichen Gemäuer ein altes Buch entdecken und sich daraus vorlesen, wandeln bald schon Monster und andere grausige Kreaturen durch Mill Valley und verwandeln das Kaff in ein Horror-Kabinett. André Øvredal verfilmt die ikonische Jugendbuchreihe, die eine ganze Generation verstört hat, als tricktechnisch perfekten Horrorthriller, unter anderem produziert von Guillermo del Toro, der als Ko-Autor seine überreiche Vorstellungskraft auch in das knackige Drehbuch gegossen hat.

Regie: André Øvredal | USA 2019 | 111 min
Mit Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Austin Zajur

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HOLY BEASTS

Diva Vera plant, ein Drehbuch des verstorbenen dominikanischen Underground-Kultregisseurs Jean-Louis Jorge zu verfilmen. Der Tribut an ihren guten Freund gerät aber aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Drehteam und grassierendem Realitätsverlust schnell ins Stocken. Jorge, tatsächlich ein obskurer Filmemacher aus der Dominikanischen Republik, inszenierte nur drei Langfilme, allesamt visionäre Mischungen aus klassischem Hollywood-Pathos, melodramatischem Camp und somnambuler Atmosphäre. HOLY BEASTS ist Liebesbrief an diesen Künstler und besetzt mit Freunden und Zeitgenossen, die wie Jorge durch den Underground der Siebzigerjahre gesurft sind, darunter (natürlich) auch Udo Kier.

Regie: Laura Melia Guzmán, Israel Càredenas | Dominican Republic, Argentina, Mexico 2019 | 90 min
Mit Geraldine Chaplin, Udo Kier, Luis Ospina

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MEMORY – THE ORIGINS OF ALIEN

Ridley Scotts ALIEN ist ein ziemlich leiwander Film und außerdem zentraler Pop-Mythos, der selbst vier Jahrzehnte nach seiner Erstaufführung nichts an Wirkkraft eingebüsst hat. Ausnahme-Dokumentarist Alexandre O. Philippe interessiert in MEMORY – THE ORIGINS OF ALIEN weniger die tatsächliche Fertigung des Klassikers im Sinn eines Making-of als dessen Ideengeschichte: SciFi-Filme aus den Fünfziger Jahren, EC Comics, Lovecraft, Kubrick und ein Gemälde von Francis Bacon sind sind nur einige der Mosaiksteinchen, die im Besonderen den ALIEN-Drehbuchautor Dan O’Bannon dazu inspiriert haben, die ikonische Geschichte zu schreiben, die in frühen Fassungen noch den Titel MEMORY trug. Erhellend!

Regie: Alexandre O. Philippe | USA 2018 | 90 min

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