
Ein Film wie ein Faustschlag, ein Wutausbruch, ein Hilfeschrei. Milos, ein alternder Pornodarsteller und Familienvater willigt, von Schulden erschlagen, in einen verhängnisvollen Deal ein: der enigmatische und gut situierte Vukmir drängt ins Kunstpornogeschäft und überredet Milos, mit ihm zu arbeiten. Am Ende des Tunnels blitzt die erhoffte Erlösung von allen finanziellen Problemen auf; auf dem Weg dorthin fallen alle Grenzen der Darstellbarkeit und Erträglichkeit. Debütregisseur Srdan Spasojevic begreift seine Bilder als Waffe. Und als Visitenkarte. A Serbian Film ist ein Paradoxon: der Titel suggeriert nationaltypisches Kino, die Inszenierung spricht aber eine internationale Sprache. Schick ausgeleuchtet, rasant geschnitten, unterlegt vom Industrial-Techno des bekannten serbischen Musikers Sky Wikluh, ist A Serbian Film entweder kunstgewerblicher Folterporno oder aber genuiner künstlerischer Ausdruck für die Frustration, Wut und Abgeklärtheit einer jungen Kreativ-Generation im Nachkriegsbalkan. Das Resultat ist jedenfalls schwer erträglich oder wie der US-Kritiker Scott Weinberg (FEARnet) schreibt: „I admire and detest it at the same time. And I will never watch it again. Ever.“
Als Vorfilm: Feels Like A Fucked Up Rabbit
Tickets: Mi 29.09. 20:30
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