/slashing europe

Bereits zum zweiten Mal kooperieren Crossing Europe Filmfestival Linz und das /slash Filmfestival:
Diesmal werden fünf europäische Genrekino-Höhepunkte der Crossing Europe-Schiene Nachtsicht exklusiv im Wiener Filmcasino präsentiert.

Zusätzlich präsentieren die Organisatoren in Wien die Österreich-Premiere des vermutlich heißesten Horrorfilms des Jahres: The Cabin in the Woods, geschrieben und produziert von Buffy-Vater Joss Whedon.

Für diese sechs Filme brauchen wir zwei Tage, also haltet euch die Abende vom  3. und 4. Mai 2012 frei, markiert sie im Kalender und schickt das event auf facebook weiter.

 

Donnerstag, 3. Mai 2012

19:00 Hell

Deutschland / Schweiz 2011, 86 min, OmeU

R: Tim Fehlbaum

Im Jahr 2016 hat die Sonnenstrahlung stark zugenommen. Ein paar Minuten unter freiem Himmel lassen die Haut verkohlen. Eine Handvoll vermummter Überlebender sucht die verbrannte Erde ab: nach Benzin, nach Wasser, auch nach Hoffnung. Es heißt, oberhalb der Waldgrenze soll es noch Quellen geben. Aber die Reise dorthin führt ans Ende der Menschlichkeit, durch eine Welt ohne Nacht, durch helles Land. Mit extremer Stilisierung, durchdringender Spannung und einem erstklassigen Schauspieler-Ensemble (darunter: Hannah Herzsprung und Lars Eidinger) gelingt Tim Fehlbaum der Sonderfall eines deutschen Genrefilms, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht nur nicht zu verstecken braucht, sondern ihr einige Schritte voraus ist. Produziert hat im Übrigen Roland Emmerich.

21:00 Livide

Frankreich 2011, 91 min, OmeU

R: Julien Maury, Alexandre Bustillo

Lucy verpflichtet sich, eine (ur-)alte Komapatientin zu pflegen. Die bewegungsunfähige Dame liegt in einem Flügel ihres gewaltigen Anwesens. Durch Zufall erfährt Lucy, dass sich irgendwo in dieser Nachtschattenwelt aus unzähligen Zimmern und dunklen Gängen auch ein Schatz befinden soll. Gemeinsam mit Freunden beschließt die junge Frau, danach zu suchen. Aber je tiefer sie in das labyrinthische Gebäude vordringen, desto unausweichlicher wird die Erkenntnis, dass dort noch etwas anderes haust. Livide ist die Avantgardevariante eines Schauerhausfilms: ohne Rücksicht auf zeitliche und räumliche Logik reißen die französischen Regisseure Julien Maury und Alexandre Bustillo ein Leidenschaftsuniversum auf, gebaut aus Teilstücken der Genrefilmgeschichte. Das Ergebnis ist ein gotisches Schauermärchen, ebenso orientiert an den Fantasien der Gebrüder Grimm wie an Klassikern des Horrorkinos. Ein wildes Filmbiest, das sich allen Zuordnungen verweigert.

23:00 REC3: Genesis

Spanien 2012, 80 min, OmeU

R: Paco Plaza

Während einer katalanischen Hochzeitsfeier kommt es zu einem Zwischenfall: der Onkel des Bräutigams stürzt von einer Brüstung und bleibt regungslos liegen. Während sich Schlagerschnulzen und Schreichoräle auf der Tonspur vermischen, schnellt der alte Mann hoch und beißt seiner Frau in die Kehle. Während der aufkommenden Panik wird das frisch getraute Ehepaar voneinander getrennt und versucht, wieder zueinander zu finden. Der Bräutigam schlüpft in eine Ritterrüstung und greift zum dazu gehörigen Schwert, die Braut wirft eine Motorsäge an, um sich gegen den mordenden Mob zur Wehr zu setzen. REC3: Genesis unterzieht die erfolgreiche spanische Horrorreihe einer Schubumkehr. Schon nach zwanzig Minuten landet die Wackelkamera in der Ecke. Statt Hochspannung und Schockmomenten kredenzt Regisseur Paco Plaza eine grotesk-anarchische Komödie, die sich irgendwo zwischen Splatstick, Überlebenshorror und Telenovela einpendelt.

Freitag, 4. Mai 2012

19:00 Black’s Game

Island 2012, 104 min, OmeU

R: Óskar Thór Axelsson

Reykjavik, 1999: nach einer Schlägerei bittet Student Stebbi einen Jugendfreund, ihm einen guten Anwalt zu organisieren. Im Gegenzug soll der junge Mann ein paar Kilo Drogen in einer Wohnung sicherstellen. Und schon ist Stebbi angekommen in der isländischen Unterwelt der ausgehenden Neunziger-Jahre. Zwischen pumpenden Beats, nackten Frauen und diversen Räuschen fallen Stebbis Hemmschwellen. Erst als Bruno, der gewissenlose und brutale Kopf der Bande, die Bühne betritt, wird klar, was genau die Gelegenheitsgauner in dieser Reizüberfluteten Twilight Zone verspielt haben. Regiedebütant Óskar Thór Axelsson macht keinen Hehl daraus, welchen Fußstapfen er mit „Black’s Game“ folgen will: von Martin Scorsese bis Nicolas Winding Refn, der auch als Produzent auftritt, reicht der Referenzraster. Darin und darum herum blüht eine hyperkinetische und wild stilisierte Unterwelt-Oper auf. Angesiedelt am Ende des vorigen Jahrtausends fällt Stebbi einem Zeitenwandel zum Opfer: internationale Verbrecher verdrängen die isländischen Unterwelt-Größen und importieren eine neue Härte der Körpervernichtung, der zuerst die Unschuld zum Opfer fällt.

21:00 Sleep Tight

Spanien 2011, 102 min. OmeU

R: Jaume Balagueró

Cesar ist Portier in einem spanischen Wohnhaus. Nach außen wirkt der dauernd lächelnde, immer höfliche Mann glücklich. Im Inneren ist er allerdings schon längst an der Welt da draußen und an seinen eigenen Ambitionen zerbrochen. Cesar ist Hass erfüllt und unglücklich. Aber er hat entdeckt, wie sich sein Leben leichter ertragen lässt: nachts, wenn alle Bewohner schlafen, schleicht er sich in die Wohnungen und spielt seine Macht aus. Cesar liebt es, andere unglücklich zu machen. Nach „REC“ beweist sich der Katalane Jaumé Balaguero erneut als Großmeister des räumlichen Horrors. Sleep Tight ist ein feines Stück Edel-Thriller geworden, ein ausgefuchster und abgründiger Trip, inszeniert als voyeuristisches, unstatthaftes, hoch spannendes Kammerspiel.

23:00 The Cabin in the Woods

Österreich-Premiere presented by VICE

USA 2011, 95 min. OV

R: Drew Goddard

Etwas über The Cabin in the Woods zu schreiben, heißt, zu viel über “The Cabin in the Woods” zu sagen. Das Hirnkind der Freunde Drew Goddard und Joss Whedon, die bereits bei den Erfolgsserien “Buffy” und “Angel” zusammengearbeitet haben, lebt von seiner Unberechenbarkeit. Der Anfang wirkt vertraut und angenehm altmodisch: fünf Freunde verbringen ein Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte. Im Keller entdecken sie ein Tagebuch. Einmal laut daraus vorgelesen und schon durchstreifen unheimliche Kreaturen die angrenzenden Wälder. Würde “The Cabin in the Woods” da aufhören, wäre daraus ein klassischer Backwoods-Horrorschocker geworden. Whedon und Goddard beschwören das Vertraute und Bekannte aber nur, um es zerschlagen zu können. Und aus den Trümmern erwächst der außergewöhnlichste Genrefilme der letzten Jahre.

Tickets

Single-Ticket: 8 Euro

Day-Ticket (Donnerstag oder Freitag): 18 Euro

Marathon-Ticket (alle Vorstellungen): 30 Euro

VVK-Start am 16. April im Filmcasino zu Kassaöffnungszeiten!

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