die liebe ist ein seltsames spiel. sie kommt und geht vom einen zum andern. (connie francis) oder auch: willst du mit mir gehen? licht und schatten verstehen? (daliah lavi) egal, welchen schlagertext man grad im ohr hat, er passt gewiss zu den vorgängen in der knatterbunten pastellhölle, die der australische regie-debütant sean byrne in seinem dunkelromantischen schocker the loved ones entwirft. ein abstieg in den teenage angst-keller, in dem sich all jene erinnerungen treffen, die man eigentlich vergessen wollte. und wir lernen: die discokugel dreht sich immer weiter. /slash filmfestival proudly presents: the sickest and most twisted love story of the year.
lola ist eigentlich ein recht hübsches Mädchen. dennoch landet sie nie bei den jungs aus ihrer schule, die ihr gefallen. woran liegt’s? eventuell daran, dass lola mit ihrem gleichsam entgleisten paps ein eher schräges familienleben in einem kleinen häuschen führt. vielleicht auch, da die obsessive natur der “unloved one” einigen potenziellen interessenten den angstschweiß auf die stirn treibt.
vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die teenagerwelt immer schon eine spiegelglatte oberfläche gewesen ist; ein soziotop, das kein versagen und kaum ein anderssein duldet. frag irgendeinen aus dem rahmen fallenden menschen (egal ob übergewichtig, homosexuell oder aus armem haus), und er wird dir sagen, dass die jugendzeit die reinste hölle gewesen ist.
umso schöner natürlich, wenn uns das kino maßgeschneiderte rachefantasien serviert: geschichten, in denen die “freaks & geeks” ihrer altersbedingten unterlegenheit entwachsen sind und zum gegenschlag ausholen. ja, vielleicht ist lola das personifizierte kollektive unterbewusstsein von tausend mädchen, die jahrelang vom gnadenlos agierenden high school-establishment erniedrigt worden sind und sich geschworen haben, der prom queen und ihrem feschen king irgendwann ganz sicher den garaus zu machen.
pretty lethal in pink
also, heißen wir lola (sensationell: robin mcleavy) willkommen, die sich – wer kann es ihr verübeln? – in ihren schulkollegen brent (gespielt vom twilight: eclipse-schauspieler xavier samuels) verliebt hat. blöd nur, dass der sich zum einen immer noch vom unfalltod seines vaters erholt und zum anderen glücklich mit holly liiert ist, also nichts von lolas avancen wissen will. es kommt, wie es kommen muss: brent wird zwangsbeglückt und zum gast auf einer “prom night”, wie er sie sich in seinen schlimmsten albträumen nicht hätte ausmalen können.
sean byrne vermischt in seinem humorigen horrorthriller den unschuldigen sturm & drang aus john hughes’ ewigen außenseiterfilmen (pretty in pink & the breakfast club) mit pathologischen seelenlandschaften: das resultat ist folterpornoplastikpop, eine zärtliche und grausame romanze im discokugellicht, mit ersten küssen und bohrmaschinen.
/slash filmfestival freut sich außerordentlich, diesen australischen horror-hit zum ersten mal in österreich zeigen zu dürfen. ghouls & ghosts, bereitet euch vor auf the loved ones.



